CAPRICCIO

Ein Konversationsstück für Musik von Richard Strauss . Text von Clemens Krauss . In Zusammenarbeit mit dem Südthüringischen Staatstheater Meiningen

 

GROSSES HAUS

PREMIERE 17.06.2017

MUSIKTHEATER

 

Musikalische Leitung Francesco Angelico

Regie Anthony Pilavachi

Bühne & Kostüme Tatjana Ivschina

Choreografie des Balletts Marie Stockhausen

 

Was steht in der Oper an erster Stelle: die Musik oder das Wort? Über diese Frage stritten sich KünstlerInnen in allen Epochen. Auf das Ende des 18. Jahrhunderts, als Christoph Willibald Gluck die Oper reformierte, indem er dem Text in seinen Werken eine große Bedeutung beimaß, datierte Strauss die Handlung seines Capriccio. Ein Vertreter der Musik – der Komponist Flamand – und einer des Wortes – der Dichter Olivier – buhlen um die Gunst einer kunstbegeisterten Gräfin. Aber kann man sich überhaupt für eine der beiden Künste entscheiden? Erstehen Wort und Musik nicht erst im Zusammenspiel auf der Opernbühne zu wahrem Leben? In der Vorbereitung auf das Festtagsprogramm anlässlich des Geburtstags der Gräfin prallen die unterschiedlichsten Ansichten aufeinander.

Das 1942 uraufgeführte Capriccio ist das letzte Opernwerk von Richard Strauss. Er bezeichnete es als sein Testament, in dem er sich – wie ein von ihm vorgeschlagener Untertitel aussagt – mit „musikalisch-dramatischen Herzensfragen“ auseinandersetzte. Herausgekommen ist aber keine spröde, theoretische Schrift, sondern eine phantasievolle, amüsante Oper. Raffiniert spielt der Komponist mit musikalischen Formen und Zitaten, bleibt seinem eigenen Stil, gekennzeichnet durch einen farbenreichen, klangvollen Orchesterapparat, aber immer treu. Der literarisch versierte Dirigent Clemens Krauss verfasste wortgewandte und witzige Dialoge mit ironischen Seitenhieben auf die Gattung Oper – ein Leckerbissen für kulturelle Feinschmecker!

 

PRESSESTIMMEN

 

„Die aktuelle Innsbrucker Inszenierung […] besticht durch eine enorme ‚Teamdichte‘ und hervorragenden gesanglichen Leistungen mit lobenswerter Textdeutlichkeit, aber auch einer überzeugenden Optik. Die Palme des Abends gebührt […] dem überragenden Theaterdirektor La Roche in Person von Michael Hauenstein. Er ist das Kraftzentrum des Abends, singt prächtigst (allzu viele Bassisten mit einer ähnlich herrlich timbrierten Stimme gibt es momentan nicht) und ist szenisch stets präsent. […] Susanna von der Burg, deren nach wie vor […] intakter, mädchenhaft klingender, geschmeidig aufblühender idealer Strauss-Sopran ist eine ideale Gräfin – angenehm zurückhaltend im Parlando, berührend in der Finalszene. Ein Juwel! Die um sie buhlenden Galane, der Dichter Olivier und der Musiker Flamand, finden in Richard Morrison und Uwe Stickert feurige Kontrahenten, aus denen „Unzertrennliche“ (also Wort und Musik) werden. Morrisons kerniger Bariton und Stickerts jugendlich höhenstarker Tenor sind ein Gewinn für das Haus. […] Regisseur Anthony Pilavachi fand eine ideale Symbiose zwischen der Zeit der Handlung (Paris um 1775) und der Entstehung (München 1942). […] Pilavachis kluge Sichtweise, seine ausgefeilte Personenregie und Tatjana Ivschinas fabelhafte Bühnenlösung samt der typengenauen, das Auge beglückenden Kostüme sorgen […] für einen Abend der Extraklasse. Besser hätte Intendant Johannes Reitmeier seine ersten fünf Innsbrucker Jahre nicht beschließen können. Ganz große Publikumsbegeisterung!“

(Der Neue Merker)

 

„‚Capriccio‘ ist ein hochfeines, intellektuelles und dabei unterhaltsames Stück in Strauss‘ höchster Meisterschaft. […] Francesco Angelico hat das immens anspruchsvolle Werk erarbeitet, führt die Sänger sicher und das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck klangschön, flexibel im Stimmungswechsel, transparent und sprechend mit wohlkalkulierten Ausbrüchen.“

(Tiroler Tageszeitung)

 

GRAF:

EINE OPER IST EIN ABSURDES DING.

BEFEHLE WERDEN SINGEND ERTEILT, ÜBER POLITIK IM DUETT VERHANDELT. MAN TANZT UM EIN GRAB, UND DOLCHSTICHE WERDEN MELODISCH VERABREICHT.

 

PREISGRUPPEN L | H | G