DER BESUCH DER ALTEN DAME

Komödie der Hochkonjunktur von Friedrich Dürrenmatt

 

GROSSES HAUS

PREMIERE 16.01.2016

SCHAUSPIEL

 

Regie Irmgard Lübke

Bühne Helfried Lauckner

Kostüme Andrea Kuprian

Musik Andreas Fuetsch

Video Albert Serradó

 

Nicht ohne Hintergedanken stattet die milliardenschwere Claire Zachanassian ihrer bankrotten Heimatstadt Güllen einen Besuch ab: Ehemals als Klara Wäscher dort geboren, sinnt die alte Dame auf Rache, denn einer der Bewohner, Alfred Ill, hatte sie vor Jahren verlassen, als sie von ihm schwanger war. Sie klagte ihn auf Anerkennung der Vaterschaft an, doch in einem fragwürdigen Prozess wurde er freigesprochen. Durch mehrere Hochzeiten und Scheidungen hat es Claire inzwischen zu außerordentlichem Reichtum gebracht. Sie verspricht der Stadt eine Milliarde, wenn man ihr endlich Gerechtigkeit verschafft – und Alfred Ill tötet. Auch wenn der Bürgermeister diese makabre Forderung sofort ablehnt, verringert sich die anfängliche Empörung der Güllener zusehends – schließlich lockt das viele Geld. Als Ill merkt, dass sich die Stadt gegen ihn wendet, stellt er sich dem Gericht seiner Mitbürger.

Friedrich Dürrenmatt skizzierte seine Aufgabe als Dramatiker wie folgt: nicht Therapeut, sondern Diagnostiker, nicht Ideologe, sondern skeptischer Opponent zu sein, dessen Literatur das Publikum irritieren und zu kritischer Reflexion bewegen soll. Wie in vielen seiner Werke geht es auch in Der Besuch der alten Dame um Recht und Unrecht, Macht und Gewalt, Ohnmacht und Gnade.

 

FRIEDRICH DÜRRENMATT:

CLAIRE ZACHANASSIAN STELLT WEDER DIE GERECHTIGKEIT DAR, NOCH DIE APOKALYPSE, SIE IST NUR, WAS SIE IST, DIE REICHSTE FRAU DER WELT, DURCH IHR VERMÖGEN IN DER LAGE, WIE EINE HELDEN DER GRIECHISCHEN TRAGÖDIE ZU HANDELN, ABSOLUT, GRAUSAM, WIE MEDEA ETWA.