DER BÖSE GEIST LUMPAZIVAGABUNDUS

oder: Das liederliche Kleeblatt
Zauberposse mit Gesang in drei Akten von Johann Nestroy

 

GROSSES HAUS

PREMIERE 25.03.2017

SCHAUSPIEL

 

Regie Susi Weber

Musikalische Leitung Frajo Köhle

Bühne & Kostüme Isabel Graf

 

Der böse Geist Lumpazivagabundus verführt die Söhne in der Geisterwelt zu einem „g’schlamperten“ Leben. Fortuna, die Beherrscherin des Glücks, glaubt, als einzige diesem Verhalten Einhalt gebieten zu können: Wenn die Söhne alles Geld verlören und – durch Glück – neues erhielten, würden sie auf den Weg der Tugend zurückfinden und sich aus den Fängen des bösen Geistes befreien. Dem widerspricht Amorosa, die Beschützerin der wahren Liebe: nur ein innig entflammtes Herz könnte so eine Wandlung vollbringen. Für die Probe aufs Exempel werden drei wandernde Handwerksburschen – Schuster Knieriem, Schneider Zwirn und Tischler Leim – ausgewählt. Fortuna lässt sie durch einen Lotteriegewinn Reichtum erlangen. Als das „liederliche Kleeblatt“ sich ein Jahr später in Wien wiedertrifft, haben Knieriem und Zwirn ihr Geld verprasst. Nur Leim hat, glücklich verheiratet, seinen unsoliden Lebenswandel aufgegeben.

Johann Nestroy, einer der größten österreichischen Dramatiker, schuf ein ebenso lebenskluges wie unterhaltsames Schauspiel mit viel Musik und Gesang, das bis heute nichts von seiner Magie verloren hat. Dieses Paradestück, das die Tradition des Wiener Zauberstücks aufgreift und zugleich parodiert, bescherte ihm, der in der Uraufführung den trinkfreudigen Schuster Knieriem spielte, seinen Durchbruch als Dramatiker.

 

PRESSESTIMMEN

 

Im Rausch zauberhafter Fantasie. Schräg, unkonventionell, trashig – so ist Volkstheater à la Susi Weber. So ist auch ihre Interpretation von Nestroys Zauberposse „Der böse Geist Lumpazivagabundus“. Fast scheint es, als hätte Susi Weber ein Abo auf Volkstheater. […] Ihr Erfolgsrezept: Sie definiert Volkstheater neu. Sie definiert Nestroy neu […]. Wohltuend ist, dass sie auf Aktualisierungen […] fast völlig verzichtet. Nestroy darf bei ihr Nestroy bleiben.  Susi Weber sei Dank! Hinreißend ist ihre Idee, das Stück als Traum erscheinen zu lassen – der Traum von Knieriem, der ob seines Alkoholkonsums ins „delirium tremens“ fällt. Mit diesem Ansatz ist der Fantasie Tür und Tor geöffnet. Und Susi Weber schöpft aus dem Vollen. Unterstützt von Isabel Graf, die für Bühne und Kostüme verantwortlich zeichnet. (Krone)

 

Zur Sprache kommt aber auch die Rolle des Theaters, das tunlichst nicht in der Beliebigkeit versinken sollte. Dafür sorgen hier fabelhafte Schauspieler: Allen voran ein grandioser Gerhard Kasal, der den passionierten B‘suff Knieriem nicht nur als torkelnden Dolm, sondern auch als versierten Sterndlgucker zeigt und ihn bis in die kleinsten Gesten – statt Handkuss spendet er die Ghettofaust – mit einnehmendem Eigensinn ausstattet. Stefan Riedl beweist als Möchtegern-Don-Juan Zwirn nicht nur Entertainer-Qualität, sondern zeigt sich auch als leichtfüßiger Komiker, der kein Glitzertlitzer-Dekor braucht, um zu glänzen. Die größte Wandlung macht Matthias Tuzar als Leim durch: Vom naiven Romantiker, der an die große Liebe glaubt, mutiert er zum bedrohlichen Spießer in Trachtenmontur, der monoton im Takt des Fleißes wippt – und dabei wirkt, als wäre er einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Christoph Schlag besticht als exaltierter Tunichtgut Lumpazivagabundus, der – mit Lack, Federn oder Fettwanst ausstaffiert – zwischen den Welten pendelt, um da wie dort Unruhe zu stiften.
(Tiroler Tageszeitung)

 

EIN ZAUBERER:

UND FÜR DIE VERLORENEN SÖHNE IST KEINE RETTUNG AUS DEN KRALLEN DES LUMPAZIVAGABUNDUS ZU HOFFEN?

AMOROSA:

NICHT EHER, ALS BIS WAHRE LIEBE IN IHREM HERZEN EINGANG GEFUNDEN.

 

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