DER GOLDENE DRACHE

Schauspiel von Roland Schimmelpfennig

 

KAMMERSPIELE IN DER MESSE

PREMIERE 21.04.2017

SCHAUSPIEL

 

Regie Elisabeth Gabriel

Bühne & Kostüme Vinzenz Gertler

 

In der winzigen Küche des China-Vietnam-Thai-Schnellrestaurants „Der goldene Drache“ arbeitet der größte Teil der Belegschaft ohne Aufenthaltsgenehmigung. Den Zahnschmerzen des chinesischen Küchenjungen wird kurzerhand mit der Rohrzange abgeholfen. Unglücklicherweise landet der Zahn in der Thai-Suppe der Stewardess, einer Stammkundin von nebenan. Damit verflochten ist die Erzählung von der hungrigen Grille, die der skrupellosen Ameise zum Opfer fällt und den ganzen Winter von den anderen Ameisen missbraucht wird. Eine Analogie zum Schicksal der kleinen Asiatin, die gerade ihr dunkles Zimmerchen verlässt, als sie dem Saufkumpanen des Lebensmittelhändlers in die Arme läuft. Dieser möchte nur einmal ein bisschen von ihrer Fremdheit kosten und zerstört dabei das zarte Mädchen. Der Küchenjunge, der nach Europa kam, um seine Schwester zu finden, verblutet nach der Rohrzangenoperation, wird in einen Drachenteppich gewickelt und im Fluss versenkt. Von dort schwimmt er wieder nach Hause, tot und ohne seine Schwester wiedergesehen zu haben.

Roland Schimmelpfennig zählt zu den meistgespielten zeitgenössischen deutschen Dramatikern. Seine gesellschaftskritische Tragikomödie Der goldene Drache, 2009 in Wien uraufgeführt, spiegelt globale Probleme wie die Ausbeutung des Menschen und das Gefühl des Verlorenseins in einer vernetzten Welt. Dabei wird die Thematik mit einem sanften Lächeln serviert – wie die blutige Thai-Suppe den ahnungslosen Gästen.

 

ROLAND SCHIMMELPFENNIG:

WAS WÄRE, WENN ICH JEMAND ANDERES SEIN KÖNNTE;

WAS IST, WENN ICH NICHT MEHR SEIN WILL, WAS ICH BIN?

WENN ICH MIR ETWAS WÜNSCHEN KÖNNTE DAS STEHT ÜBER DEM GANZEN STÜCK.

 

PREISGRUPPE KD