MAULTASCH

Kammerspiel von Martin Plattner

 

[K2] IN DER WERKSTATT

PREMIERE 15.11.2015

SCHAUSPIEL

 

Regie Philipp Jescheck

Bühne & Kostüme Katharina Ganner (Karenz)

 

Margarete Maultasch, die berühmt-berüchtigte Herzogin von Tirol, hat eigentlich alle Hände voll mit ihrer eigenen Geschichte zu tun. Jetzt muss sie sich zudem auch noch um ihre als verrückt geltende und heute pflegebedürftige Schwester Adelheid kümmern. Bedienstete stehen längst keine mehr zur Verfügung. Nur Weirat, die aus dem Ausland kommt, ist ihr eine Hilfe. Und auch sie steckt knietief mit im Sumpf der Geschichte, in dem verkaufte Bräute und rachsüchtige Witwen waten. Das Ausleeren von Bettpfannen ist da noch das kleinste Übel. Keine lässt auch nur ein gutes Haar an der anderen oder ihrer Geschichte. Mitleid gibt es lediglich mit den Pistenraupen, die einsam ihre Kreise ziehen. Und dann fängt die arme bettlägerige Frau auch noch an, ein Publikum zu halluzinieren. Als wäre die häusliche Pflege nicht schon Theater genug!

Der Tiroler Dramatiker Martin Plattner, der für seine Arbeit an Maultasch das Große Literaturstipendium des Landes Tirol erhielt, hat ein gewalttätiges Kammerspiel geschrieben, das mit Überlieferungen, Frauen-Rollen und Theatermitteln spielt. So treibt er die Absurdität eines der zwingendsten Problemfelder unserer Gegenwart auf die Spitze: die der häuslichen Pflege.

 

ADELHEID:

SO, WAS MACHEN WIR DENN HEUTE? 

A: WUNDLIEGEN?

B: LÖCHER IN DIE LUFT STARREN?

C: DER VERSÄUMTEN ZEIT NACHTRAUERN?

ICH SEH SCHON: C!