UN BALLO IN MASCHERA

Ein Maskenball . Oper von Giuseppe Verdi .
Text von Antonio Somma nach Eugène Scribes Drama „Gustav III. Ou le bal masqué“ .
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

GROSSES HAUS

PREMIERE 11.02.2017

MUSIKTHEATER

 

Musikalische Leitung Francesco Angelico

Regie & Bühne Thaddeus Strassberger

Kostüme Michael D. Zimmermann

 

Durch die Hand eines Freundes wird er sterben – das prophezeit die Wahrsagerin Ulrica dem Gouverneur Riccardo. Doch dieser missachtet alle Warnungen. Er gesteht Amelia, der Ehefrau seines treuesten Gefährten Renato, seine Liebe und setzt damit Ereignisse in Gang, die auf einem Maskenball zu einem tödlichen Ende führen.

Die Basis für Verdis Un ballo in maschera war ein Schauspiel von Eugène Scribe, das den Stockholmer Königsmord von 1792 mit einer erfundenen Liebesgeschichte verband. Doch das Thema war den Zensoren zu brisant. Um eine Aufführungsgenehmigung zu erhalten, mussten der Komponist und sein Librettist drastische Veränderungen vornehmen. Sie verlegten die Handlung in ein anderes Jahrhundert, auf einen anderen Kontinent, veränderten die sozialen Hierarchien, die Namen und die Nationalitäten der Figuren. Zu Recht empfindet der Regisseur Thaddeus Strassberger Un ballo in maschera daher als „eine Oper ohne ein Zuhause“.

Als Hauptaufgabe in der Vorbereitung auf seine Inszenierung, für die er – wie bereits in der eindrucksvollen Pique Dame-Produktion – auch das Bühnenbild gestaltete, sah er es demnach an, eine passende Heimat für das Stück zu suchen. Er fand sie in Lateinamerika: „Eine namenlose, jedoch vertraut wirkende Bananenrepublik in der Mitte des 20. Jahrhunderts, eine bröckelnde Kolonialgesellschaft, in der das Militär das Sagen hat, in der politische Verschwörungen an der Tagesordnung sind, in der der Glaube aus einer wilden Mischung aus Katholizismus und Voodoo-Zauber besteht, bietet das passende Umfeld. Denn hier ist der Preis für Untreue und Verrat eine Sache auf Leben und Tod. Ästhetisch orientiere ich mich am Genre des ‚film noir‘. Mit seinen dunklen Ecken und geheimnisvollen Figuren schafft es die perfekte Atmosphäre, um diese tragische Geschichte zu erzählen. Dazu kommt die Hitze der leidenschaftlichen Emotionen, die Spannung erzeugt und das Drama anheizt.“

 

AMELIA:

DER TOD WIRD DICH EREILEN,

WILLST DU HIER LÄNGER WEILEN,

RETTE DICH, VERLASS MICH,

FLIEHE, FLIEH VOR IHRER WUT!

 

PRESSESTIMMEN

 

„Giuseppe Verdis ‚Un ballo in maschera‘ in einer starken Innsbrucker Produktion. […] Der US-Amerikaner [Anm.: Regisseur und Bühnenbildner Thaddeus Strassberger] erzählt am Tiroler Landestheater in Innsbruck Verdis genial gebautes Opus als eine Soziopolit-Studie aus einem lateinamerikanischen Staat. Riccardo ist autokratischer Herrscher über mafiöse Strukturen. […] Verdis ‚Maskenball‘ bekommt das alles überraschend gut. […] Auch für den Dirigenten ist ‚Un ballo in maschera‘ eine Grat-Tänzelei. Francesco Angelico zwingt nichts zusammen, sondern bedient scheinbar Auseinanderstrebendes. Da das Tiroler Symphonieorchester ohnehin nicht so knallig spielt wie italienische Kollegen, kommt es zu aparten Stil-Verbindungen – gerade bei diesem Scharnierstück in Verdis Œuvre. Die Verwurzelung im Belcanto kann man heraushören, auch die Energie und die dunkle Tinta der späteren Werke. Für jede Szene, auch für viele Seelenzustände findet Angelico einen eigenen Gestus.“

(Münchner Merkur)

 

„Nach ‚Fanciulla del West‘ und der prunkvollen ‚Pique Dame‘ ein weiterer Strassberger-Regie-Treffer am TLT. […] Francesco Angelico am Pult seines Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck breitete die ganze orchestrale Pracht der reizvollen Partitur detailverliebt aus. […] Uneingeschränkter Premierenjubel!“

(Der neue Merker online)

 

„Es war nicht nur eine gute Entscheidung, Thaddeus Strassberger für die Inszenierung von Giuseppe Verdis ‚Un ballo in maschera‘ an den Rennweg zu holen, der hier seinen filmischen Blick auf Opernsujets schon wiederholt erfolgreich eingesetzt hat. Es war auch eine logische Entscheidung. […] Dieses Lebensvolle beherrscht die Oper, aber Strassberger überdreht die Szenen nicht, er hat eine konsequente, brillante Lösung: Durch die Verkleinerung des Bühnenausschnitts zieht er Szenen vergrößernd und verdichtend heran. Seine intensive Personenführung folgt präzise dem Drama, das von Situation, Affekt und jähen Akzenten lebt.“

(Tiroler Tageszeitung)

 

„Die Innsbrucker Premiere […] profitierte von einer originellen Regie, großartigen sängerischen Leistungen, einem spannungsreichen Dirigat und einer exzellenten Vorstellung des Orchesters. […] Paulo Ferreira ist ein kraftstrotzender Riccardo mit sicherer Höhe. Sein Gegenspieler Renato findet in Michael Bachtadze eine ideale Verkörperung: Er ist kein Bösewicht, sondern ein tragischer Held, der schauspielerisch glaubhaft agiert und stimmlich brilliert. Karina Flores ist eine phänomenale Amelia. Sie bewältigt alle Anforderungen dieser Partie mit ihrem kraftvollen, strahlenden Sopran bravourös und geht in ihrer Rolle auf. Als Zauberin Ulrica begeistert Sanja Anastasia stimmlich in einer originell umgesetzten Voodoo-Zeremonie. Sophia Theodorides gibt dem Oscar ungeahntes Profil, Andreas Mattersberger und Johannes Maria Wimmer sind zwei hinreißend verschlagene Schurken mit Edelstimmen.“

(Krone)

 

„Die Tiroler Reise nach Kuba besticht als gültige, etwas andere, aber absolut spannende Spielart dieses Meisterwerks.“

(Vorarlberger Nachrichten)

 

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