UNGEDULD DES HERZENS

Schauspiel von Thomas Jonigk nach dem Roman von Stefan Zweig

 

KAMMERSPIELE

PREMIERE 22.04.2018

SCHAUSPIEL

 

Regie Susanne Schmelcher

Bühne & Kostüme Marion Hauer

 

Leutnant Hofmiller bittet auf dem Fest der reichen Familie Kekesfalva die Tochter des Hauses zum Tanz. Welch ein Affront! Denn Edith ist gelähmt. Verzweifelt versucht der junge Mann daraufhin, sein Missgeschick wieder gutzumachen, schickt Blumen und Entschuldigungen. Als diese wider Erwarten angenommen werden, ist er so froh, dass er anfängt, Edith regelmäßig zu besuchen. Sogar ihre Launen, mit denen sie ihre Umgebung tyrannisiert, erträgt er und verstrickt sich immer tiefer in eine ungesunde Abhängigkeit und falsche Versprechungen. Beseelt von seinen eigenen, überschwänglichen Gefühlen, seinem falschen Mitleid und der Euphorie, die er auszulösen vermag, ist er unfähig zu erkennen, wohin das alles führen kann. Als Edith ihm schließlich ihre Liebe gesteht und verzweifelt seine Erwiderung einfordert, schreckt er angeekelt zurück. Doch zu schwach, um endlich ehrlich zu sein, verlobt er sich trotzdem mit ihr, verleugnet sie aber kurz darauf vor seinen Kameraden und bricht Edith damit buchstäblich das Genick.

Stefan Zweigs Roman ist 1939 erschienen, spielt aber im Jahr 1914, in den Tagen vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Erschreckend klar führt Zweig uns vor Augen, wie seine Figuren unaufhaltsam auf die persönliche Katastrophe zusteuern, während die Welt – von ihnen unbemerkt – den gleichen Weg geht. Thomas Jonigk hat diesen Roman zu einem existentiellen Kammerspiel verdichtet, in dem fünf Charaktere aufeinander treffen und sich in ihren Ängsten, Sehnsüchten und Erwartungen unausweichlich ineinander verstricken.

 

Dr. Condor:

Das Schlimmste auf dieser Welt wird nicht durch das Böse, sondern fast immer durch Schwäche verschuldet.

 

Preisgruppe KD