WOYZECK

Dramenfragment von Georg Büchner

 

GROSSES HAUS

PREMIERE 12.04.2014

SCHAUSPIEL

 

Regie Thomas Krauß

Bühne Ursula Beutler

Kostüme Isabel Graf

 

Am 21. Juni des Jahres 1821, um halb zehn Uhr abends, ersticht der 41-jährige Friseur Johann Christian Woyzeck seine Geliebte mit einer abgebrochenen Degenklinge. Erschrocken über die eigene Tat läuft er fort, wird jedoch bald gefasst und lässt sich willig abführen. Die Tat leugnet er zu keiner Zeit. Kurz nach seiner Verurteilung zum Tode tauchen Gutachter auf, die Woyzeck „Züge der Verstandesverwirrung“ attestieren. Nun wird die Anklage eingehender durchleuchtet, sein bisheriger Lebenswandel analysiert und sein ganzes „verlottertes“ Dasein als Hintergrund der Tat gewertet.

Georg Büchner greift den geschilderten Mordfall auf und zeigt einen Menschen, der am Rande der Gesellschaft steht und dessen menschliche Würde immer mehr mit Füßen getreten wird – bis er einmal grausam zurückschlägt. Dabei macht er aus der Vorlage kein Kriminalstück, sondern nimmt den Fall zum Anlass, grundlegende Fragen zu Schuld und Verantwortung zu stellen. Entlang der von Woyzeck selbst gestellten Frage: „Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?“ schildert Büchner verschiedene Erklärungsversuche: Sind es die Umstände, die einen Menschen zu so einer Tat treiben? Oder innere Nöte?

Bevor Büchner seine im Winter 1836 begonnenen Fragmente zu diesem Stück ordnen und zu einem Drama zusammenfügen konnte, verstarb er im Frühjahr 1837. Erst 76 Jahre später kam es zu einer ersten Aufführung des seitdem unangefochtenen Klassikers der Weltliteratur.

 

WOYZECK:

JEDER MENSCH IST EIN ABGRUND;

ES SCHWINDELT EINEM, WENN MAN HINABSIEHT