theaterleitung

 

VEREHRTES PUBLIKUM,

Vorwort zur Spielsaison 2017.18

 


 

„Manchmal hilft nur noch die Kunst", konstatiert der langjährige Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, in einem Gespräch mit dem Journalisten Detlev Baur. Richtig, möchte man mit Überzeugung zustimmen. Aber hilft sie auch in einer Welt, die an allen Ecken und Enden in Brand geraten scheint?

 

Und wirklich: Je unruhiger die Zeiten, je instabiler die gesamtgesellschaftliche Situation, je unberechenbarer das weltpolitische Klima werden, desto dringlicher stellen sich Menschen in ihrem individuellen Lebensumfeld diese Frage. Die Antworten, die sie sich dabei von der Kultur erhoffen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Und so begegnet uns auch das Publikum des Tiroler Landestheaters und Symphonieorchesters Innsbruck mit durchaus konträren Erwartungen. Ein Teil betrachtet die Bühne als einen Ort der Auseinandersetzung mit tagesaktuellen Themen und fordert eine klare politische Positionierung. Die wohl überwiegende Zahl der Besucherinnen und Besucher hingegen betrachtet Theater und Konzertsaal als geschützte Räume, die die Illusion einem stetig illusionsloser werdenden Alltag entgegensetzen. Wir nehmen uns diesen vermeintlich widerstrebenden Aufgaben verantwortungsvoll und mit Überzeugung an: Indem wir den Menschen in den Mittelpunkt unseres Interesses stellen. Den Menschen im Zentrum der Geschichten, die wir erzählen wollen, den kreativen, den musizierenden, singenden, tanzenden und spielenden Menschen als interpretierenden Botschafter dieser Geschichten, dazu – nicht weniger bedeutend – den hörenden und sehenden, den (mit-)fühlenden, den kritischen und begeisterungsfähigen Menschen als Empfänger unserer Botschaft. Musik und Theater sind in der Lage, wie kaum eine andere Kunstform, das Menschsein in allen erdenklichen Facetten zu ihrem Thema zu machen, ohne angestaubt zu sein oder sich kurzfristig auf Krisen beziehen zu müssen.

Deshalb haben wir auch in der Spielzeitbroschüre mehr denn je den Gesichtern all jener Menschen den Vorrang eingeräumt, die unserem Haus sein Gesicht geben. Vertiefen Sie sich bei der Lektüre in unser schönes, anspruchsvolles Programm und lassen Sie die Bilder unserer mehr als vierhundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für die Qualität und das Format unseres Angebots bürgen, auf sich wirken.

 

Freuen Sie sich also mit uns auf all das, was die neue Saison von TLT und TSOI für Sie bereithält. Und verinnerlichen Sie die Antwort, die das anfangs zitierte Interview selbst auf unsere Fragen gibt: „... ohne Theater, ohne Musik, ohne die Künste wäre unser Leben doch nur schwer zu ertragen."

 

Dem ist nichts hinzuzufügen!

 

Herzlichst

 

Ihr

Mag. Johannes Reitmeier                             Dr. Markus Lutz

Geschäftsführender Intendant                         Geschäftsführender Kaufmännischer Direktor