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SEHR GEEHRTES PUBLIKUM,

Vorwort zur Spielsaison 2014.15

 

die Diskussion um die Finanzierung von Kunst und Kultur als öffentliche

Pflichtaufgabe ist nun auch in Österreich landesweit entbrannt und nimmt breiten Raum in den Medien ein. Das ist einerseits begrüßenswert, spricht doch die große Sensibilität für dieses Thema für ein ausgeprägtes Interesse an der kulturellen Versorgung. Andererseits aber wird mit der Frage der Bezahlbarkeit von Bühnen, Orchestern, Festivals oder Museen gleichzeitig auch die Frage nach deren Notwendigkeit verbunden. Und das ist, weil stets unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet, alarmierend. Hat in einer modernen Welt Theater nur dann eine Berechtigung, wenn es profitabel ist? Mitnichten, denke ich, denn sein Mehrwert besteht nicht darin, sich rentieren zu müssen: es zahlt sich aber in vielfaltiger Weise aus. In einer Zeit des Wertewandels und -verlustes wirkt es gesellschaftsbildend, integrierend und identitätsstiftend. Darüber hinaus hat es in seiner mehr als dreitausendjahrigen Geschichte die Aufgabe, Menschen niveauvoll zu unterhalten, nie verlernt. Sie, meine Damen und Herren, lassen sich in beispielloser Treue in Ihrem Tiroler Landestheater begeistern, betroffen machen und herausfordern. Damit geben Sie die eindeutige Antwort auf jeden Zweifel an der Existenzberechtigung unserer Kunstform: Ja, das Theater ist gewollt, es wird geliebt und gebraucht! Mit unserem anspruchsvollen Spielplan, einem vielfältigen Angebot für Menschen aller Interessens- und Altersgruppen wollen wir Sie auch in der Saison 2014.15 in Ihrem Bekenntnis bestärken.

 

Ihr Johannes Reitmeier

Geschäftsführender Intendant