Schauspiel

Ferner

Uraufführung: 04.03.2018 / Premiere am 04.03.2018

K2 in der Werkstatt

Schauspiel von Martin Plattner

Inhalt

Eine alte Frau ist aus dem Pflegeheim entwischt und nun barfuß auf dem Gletscher unterwegs. Doch es ist nicht einfach irgendein Gletscher, es ist das zugefrorene Mittelmeer, aus dem eine Stimme spricht. Eine Stimme, gespeist aus den Stimmen unzähliger Geflohener, die hier ertrunken sind. Tote, die einst schockgefroren wurden und erst in sechstausend Jahren wieder ausapern werden. „Dann wird man uns für ein grausames Volk halten, ein richtig bösartiges Volk, das Menschenopfer gebracht hat.“ Die alte Frau versucht sich zu beruhigen, das sagt schließlich auch der Beipackzettel ihrer Tabletten. Da tauchen auf einmal ihre Verfolger auf: Der Zivildiener und die Oberpflegerin aus dem Heim. Sie sind bewaffnet mit Walkie-Talkies und behaupten, nichts von einem Gletscher zu wissen. Auch eine Stimme aus dem Eis können oder wollen sie nicht hören. Hier sei nur ein zugefrorener Löschteich, weiter nichts. Und sie versuchen, die alte Frau dazu zu bewegen, zurück ins Heim zu kommen, brav ihre Fischstäbchen und Antidepressiva zu essen und den Mund zu halten. Doch da tut sich unter ihnen ein Loch auf, das die alte Frau verschluckt. Und so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als ihr in den Abgrund zu folgen …

Martin Plattner, dessen Kammerspiel Maultasch 2015 mit großem Erfolg am Tiroler Landestheater uraufgeführt wurde, hat ein neues Stück geschrieben, das sich mit dem Tief(kühl)punkt unserer heutigen Zeit auseinandersetzt. Typisch für Martin Plattner ist, dass er den Humor dabei nicht aus den Augen verliert und das Publikum mit mehr als nur einer Doppelbödigkeit überrascht.

 

Zimmer XXIII:
„Vielleicht denke ich ja über den Tod von Anderen auch nur deshalb nach, um meinem eigenen Tod für ein paar Augenblicke zu entgehen. Aber dazu steht im Beipackzettel leider nichts.“