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Eine Spielzeit – die 11. meiner Intendanz – liegt vor uns, in der das Theater sich besonders anstrengen muss, das Interesse des Publikums zu erhalten, zu erobern, denn wir bekommen es alle zu spüren: Die Zeiten sind schlecht, die wirtschaftliche Lage in aller Welt macht uns einen Strich durch die freundliche Gelassenheit, mit der wir konsumieren durften. Das „Konsumgut“ Theater ist eines der Ersten, auf das verzichtet wird, wenn der Brotkorb höher hängt, und so sind „wir vom Theater“ aufgerufen, den Stier bei den Hörnern zu packen und Theater zu bieten, das unverzichtbar ist! Das „Prinzip Hoffnung“ beseelt den Theatermenschen in hohem Maße – das Annehmen von Herausforderungen sowieso! Und so stellen wir uns – für Sie – wieder höchsten Anforderungen, spannenden Inhalten und wichtigen Fragen, die unsere ganze Kraft, den vollen Einsatz und allen Enthusiasmus verlangen:
Mit Berlioz’ Riesenwerk Die Trojaner - Les Troyens, eröffnet das Musiktheater die Spielzeit 2009.10 – mit einer fulminanten Sängerbesetzung unter der Stabführung eines in diesem Falle „authentischen“ Dirigenten, des Franzosen Nicolas Chalvin. Das Schauspiel beginnt mit Schillers Königinnendrama Maria Stuart und spannt den dramatisch-komödiantischen Bogen vom sommernächtlichen Treiben des großen William Shakespeare über Wilde, Wedekind, Horváth und Brecht bis in unsere Zeit mit dem vielgespielten Marius von Mayenburg, dem Katalanen Sergi Belbel und dem Tiroler Händl Klaus. Dazu gibt es gleich zwei Österreichische Erstaufführungen für Kinder und Jugendliche.
Das Tanztheater schickt sich an, unter neuer, interimistischer Leitung durch Enrique Gasa Valga, pure Lebensfreude zu vermitteln, mit dem Vorstellen verschiedener Handschriften neuer, innovativer Choreographen: Ein spannendes Geschehen, das sich mit Produktionen im Großen Haus und in den Kammerspielen bewähren wird. Die eingeladenen Choreographen sollen allesamt Uraufführungen für Innsbruck erarbeiten.
Im Musiktheater folgt nach der Anstrengung der Trojaner eine Zauberflöte – das große Wundertheater des Wolfgang Amadé Mozart, das seinen festen Stellenwert im Repertoire eines Hauses behauptet. Auch eine Zauberflöte für Kinder wird parallel dazu zu sehen sein, als vergnüglicher Einstieg in die Welt der Großen Oper. Der Vogelhändler Adam verschenkt seine Tiroler Rosen, die launisch-bezaubernde Arabella von Richard Strauss bekommt ihre Rosen von ihren diversen Verehrern, Puccinis Manon Lescaut dagegen wird vergeblich auf frische Rosen warten müssen, die wachsen in der Wüste, in die sie verbannt wird, nicht. Der Berliner Komponist Stephan Kanyar schreibt für Innsbruck Lulu – das Musical, Idee und Buch von Pierre Wyss – eine Welturaufführung also! Noises, Sounds & Sweet Airs, eine Oper von Michael Nyman erklingt in den Kammerspielen und die arme Lucia di Lammermoor verfällt dem „Theaterwahnsinn“, von dem ich mir wünsche, dass wir ihm alle reichlich verfallen, aber auf positive Weise, wir, die wir das Theater lieben und brauchen! Auch in Zeiten wie diesen - -
Ihre Ks. Brigitte Fassbaender
Intendantin
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