Tom Hospes. Vom Rhein an den Inn

Mit der Rolle des Franz Huchel in Robert Seethalers Der Trafikant übernimmt Hospes seine erste große Rolle in den Kammerspielen. Von seiner Bühnenfigur ist er begeistert. „Die Rolle ist großartig, weil alles drinsteckt, was man gerne einmal auf der Bühne spielen will. Kindliche Naivität, Liebe, Angst, Trauer, Zorn und die Verzweiflung, die er durchlebt. Der Charakter hat eine schöne Entwicklung.“

 

Naivität und Hartnäckigkeit

Die leichte Naivität von Franz empfindet Hospes sogar als großen Gewinn in einer solch bedrohlichen Umwelt. „Naivität wird oft als etwas Negatives gesehen. Dabei bleibt damit doch eine Offenheit und Neugier bewahrt, die sich viele Menschen vielleicht wünschen würden“, resümiert er.

Nicht nur Naivität, auch Hartnäckigkeit zeichnet Franz aus. Mit dieser sucht er seine verlorene Liebe Anezka, versucht Tresnjek aus den Fängen der Nazi-Schergen zu befreien und sucht ständig Kontakt zu Freud, der wie eine Art väterlicher Freund dem Burschen zuhört. „Die Hartnäckigkeit zeigt Freud schließlich auch, dass Franz eben nicht nur ein dummer Junge ist, sondern sich durchaus für ihn und seine Umwelt interessiert, so werden die zwei auch Freunde“, erklärt Hospes seinen Charakter.

Um die Welt zu verstehen geben ihm die zwei alten Figruren Tresjnek und Freud unterschiedliche Ratschläge. Tresnjek empfiehlt ihm, jeden Tag alle Zeitungen durchzulesen, die er kriegen kann, um die Politik und die Gesellschaft mit ihren Strömungen und Einstellungen zu verstehen. Ein schwieriges Unterfangen in chaotischen Zeiten. Freud rät ihm, seine Träume aufzuschreiben, um vielleicht Antworten auf die vielen Fragen zu bekommen, die ihn umtreiben. Am Ende klebt Franz die Träume ins Schaufenster der Trafik, damit vielleicht andere Menschen damit etwas anfangen können. Die Antworten auf seine Fragen muss er dennoch selbst finden – am Ende ist der junge naive Bursche selbst der Trafikant geworden. Auf sich allein gestellt muss er seine Gefühle ordnen in einer Welt, die anfängt im Chaos und im Hass zu versinken.

 

Vom Rheinland nach Tirol

Zur Schauspielerei kam er durch das Schreiben von Gedichten, Kurzgeschichten und Raptexten. Nach seinem Abitur machte der junge Rheinländer zunächst noch ein Praktikum in einer Immobilienmaklerfirma. Schnell merkte er, dass ihn ein reiner Bürojob nicht erfüllt und er wandte sich schließlich der Schauspielerei zu.

Geboren wurde er in Bonn und absolvierte dort auch sein Schauspielstudium an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft. Nach seinem Abschluss führte ihn sein Weg dann direkt ans Tiroler Landestheater in Innsbruck. Wenn Hospes nicht gerade Texte auswendig lernt oder für seine Stücke probt, verfeinert er gerne seine Techniken in Bühnenkampf- und fechten. Neben seiner Passion für die Bühne schlägt in dem Schauspieler das Herz eines Cineasten. Deswegen ist Hospes nicht nur auf der Theaterbühne zu Hause, sondern hat auch schon in diversen Kurz- und Werbefilmen mitgewirkt. In seiner Freizeit treibt der Schauspieler gerne Sport genießt das entspannte Innsbrucker Stadtleben, geht gerne ins Kino und gerne Musik.

 

 

DER TRAFIKANT

Schauspiel nach dem Roman von Robert Seethaler.

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