Ist ein Doppelleben möglich?

„Wenn man die Musik des „Rigoletto“ hört, spürt man, was passiert, ohne die Oper genau zu kennen. Verdi ist es demnach gelungen, den perfekten Ausdruck für den Inhalt und die Emotionen der Figuren zu finden. Sogar der anfangs skeptische Dichter Victor Hugo war begeistert von der Komposition.“ SEOKWON HONG, Musikalische Leitung

Jeder Mensch spielt im Leben mehrere Rollen. Aber so gegensätzlich wie bei der Figur des Rigoletto in Verdis gleichnamiger Oper sind sie vermutlich selten. Am Hof des Herzogs von Mantua beschäftigt, tritt er als Sprachrohr seines Herrn auf. Er unterstützt dessen Verführungspläne und verspottet lautstark die Leidtragenden. Dadurch zieht er sich den Hass der anderen Höflinge zu, obwohl er das Verhalten des Herzogs genauso wenig billigt wie diese.

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Im privaten Umfeld lernt man die andere Seite des Rigoletto kennen. Als liebevoller, überfürsorglicher Vater mochte er seine Tochter Gilda von den üblen Machenschaften der Außenwelt fernhalten. Doch genau dieses Verhalten öffnet der intriganten Hofgesellschaft Tür und Tor. Ausgerechnet in der Kirche, dem einzigen Ort, den Rigoletto neben seinem eigenen Haus als sicher und geschützt betrachtet, begegnet die streng religiös erzogene Gilda dem Herzog. Er spielt ihr gegenüber die Rolle eines unbescholtenen Studenten und erobert ihr Herz im Sturm. Am Ende bezahlt Gilda ihre Gutgläubigkeit mit ihrem Leben und lasst ihren Vater als gebrochenen Mann zurück.

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In Rigoletto stehen die Figuren und ihre Emotionen im Mittelpunkt. Genau das reizt Dale Albright an seiner Aufgabe, diese berühmte Verdi-Oper zu inszenieren. Er freut sich darauf, in die Beziehungen zwischen Vater und Tochter, Mann und Frau sowie zwischen einem Herrscher und seinen Untergebenen einzutauchen, die glücklichen Momente ebenso wie die tiefen Abgrunde aufzudecken und eine Geschichte zu erzählen, die das Publikum berührt. Besonders faszinieren ihn dabei die vielen, teils gegenteiligen Facetten, die ein einzelner Mensch haben kann.

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Mit Kiril Manolov in der Rolle des Rigoletto kehrt ein Sängerdarsteller an das Tiroler Landestheater zurück, der bereits als Simon Boccanegra bewiesen hat, dass er widersprüchliche Charaktere eindrucksvoll verkörpern kann. Ein ideales Kreativteam bildet der Regisseur Dale Albright mit seinen Ausstattern Heinz Hauser und Gera Graf, die im Jahr 2017 für Die Sache Makropulos den Österreichischen Musiktheaterpreis erhielten. Die mit abstrakten Formen spielende Bühne von Heinz Hauser richtet den Fokus auf die emotionalen Zustände der Figuren. Die Hinterhältigkeit der Hofgesellschaft wird in Gera Grafs historisierenden, teils skurril wirkenden Kostümen besonders gut sichtbar.

Rigoletto

Oper von Giuseppe Verdi.

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