Die schreckliche Schönheit des Lebens

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Königin der Berge – eine Gratwanderung zwischen todtraurigem Thema und fulminantem Sprachwitz, die auf elegante Weise zwischen schwarzgrauen und bunten Farben changiert.

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Robert Turin hat Multiple Sklerose. Seit Jahren sitzt er im Rollstuhl, seit Jahren lebt er im Pflegeheim. Seiner Krankheit hat er den poetischen Namen Königin der Berge gegeben. Dieser Königin ist er Untertan, kann ihr nicht entkommen. Deshalb würde Herr Turin am liebsten sterben, auch wenn er gerne lebt. Aber so wie er im Leben auf Hilfe angewiesen ist, braucht er auch zum Sterben Hilfe.Robert Turin hat Multiple Sklerose. Seit Jahren sitzt er im Rollstuhl, seit Jahren lebt er im Pflegeheim. Seiner Krankheit hat er den poetischen Namen Königin der Berge gegeben. Dieser Königin ist er Untertan, kann ihr nicht entkommen. Deshalb würde Herr Turin am liebsten sterben, auch wenn er gerne lebt. Aber so wie er im Leben auf Hilfe angewiesen ist, braucht er auch zum Sterben Hilfe. 

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Die Frauen um ihn herum – die Krankenschwestern, seine Ehefrau, seine Schwägerin, die Psychologin – drängt er immer wieder dazu, ihn bei seinen Suizidversuchen zu unterstützen. Turin ist allerdings kein bemitleidenswerter Todkranker: Er trinkt, flirtet und verliebt sich – trotz Ehefrau – in seine Psychologin. Er spielt den Schwestern Streiche und ist oft schlecht gelaunt, aber trotzdem wird Herr Turin gemocht. Sein verstorbener Kater Dukakis ist Turins imaginärer Begleiter, der ihm mit viel Witz zur Seite steht und seinen Alltag etwas bunter gestaltet. Doch das hindert Robert Turin nicht daran, seinem Wunsch nach einem selbstbestimmten Ende entgegenzurollen …

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Turins Weg in den Tod wird in der Uraufführung am TLT in schnellen Schnitten und kurzen Szenen illustriert. Der Regisseur Felix Hafner, der bereits mit großem Erfolg Die Österreicherinnen inszenierte, hat sich Daniel Wissers Romanfiguren angenommen und diese ins Theater übersetzt. Daniel Wisser selbst sagt über die szenische Umsetzung seines Werks am Tiroler Landestheater: „Der Regisseur hat sich eine eigene Art der Narration überlegt und ganz viele Kniffe erfunden, um das große Figurenpersonal ohne eine große Exposition parat zu haben. Man kommt sofort in diese Welt hinein, das ist das Fantastische in dieser Inszenierung.“

Text: Lisa Koller
Fotos: Birgit Gufler


Königin der Berge

Schauspiel nach dem Roman von Daniel Wisser. Bühnenfassung von Thomas Krauß.

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