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SUMMARY:Sein oder Nichtsein
DESCRIPTION:<p>Eine Schauspieltruppe probt eine Nazi-Satire\, bis der Krieg
  Realität wird. Als eine Todesliste des antifaschistischen Undergrounds a
 uftaucht\, müssen aus Schauspieler:innen plötzlich Meister:innen der Tä
 uschung werden.</p>\n<p>Echte Nazis treffen auf falsche Nazis\, falsche Na
 zis auf echte Spione\, echte Spione auf halbfalsche Doppelagenten – Thea
 ter wird Überlebensstrategie. Eine bizarre Verwechslungskomödie.</p>\n<h
 3>Die Story</h3>\n<p>Warschau 1939\, wenige Wochen vor dem Einmarsch der d
 eutschen Herrenmenschen in Polen. Am Polskitheater wird auf Hochtouren fü
 r die nächste Premiere geprobt. Das Stück: eine handfeste Komödie über
  die Gestapo. Das Bühnenbild: ein hyperrealistisch simuliertes Gestapo-Ha
 uptquartier. Die Kostüme: verblüffend echt wirkende Gestapo-Uniformen. H
 eil Hitler! Heilt Hitler! Das wird ein Spaß! Oder doch nicht. Noch bevor 
 die Nazisatire ihre Premiere erlebt\, wird sie von der polnischen Zensurbe
 hörde abgesetzt. Ersatzweise kommt <em>Hamlet</em> auf den Spielplan\, se
 hr zur Freude von Josef Tura\, seines Zeichens Hauptdarsteller und Rampens
 au mit gewaltigem Bühnenego. Umso kränkender für Tura\, dass in jeder V
 orstellung der immergleiche Zuschauer – jung\, attraktiv\, Fliegerunifor
 m – aufs Stichwort «Seinodernichtsein» den Saal verlässt. Wohin der f
 esche Flieger verschwindet\, weiß nur Maria Tura\, Josefs ebenfalls schau
 spielende Frau\, nämlich in ihre Garderobe. SCHNITT.</p>\n<p>Warschau 194
 0. Das Polskitheater ist geschlossen\, das Ensemble hofft auf echten Bohne
 nkaffee und bessere Zeiten. Da taucht der fesche Flieger wieder auf. Diesm
 al nicht in amouröser Mission\, sondern in politischer: Widerstand gegen 
 das Regime! Die Schauspieltruppe schließt sich der Mission an und spielt\
 , als Nazis verkleidet\, endlich das\, wofür sie vor dem Krieg geprobt ha
 t. Aber anders als vor dem Krieg geht es jetzt wirklich um <em>Sein oder N
 ichtsein</em>\, um Leben und Tod.</p>\n<p>Am Tiroler Landestheater spielen
  wir nicht um unser Leben. Gut so! Und damit es so bleibt\, wollen wir üb
 er den Faschismus lachen\, bis er endlich totgelacht ist.</p>\n<h3>Der Sto
 ff</h3>\n<p>New York 1938. Der ungarische Dramatiker und Exilant Melchior 
 Lengyel schreibt eine brutal lustige Komödie über die Nazis mit dem Tite
 l <em>Noch ist Polen nicht verloren</em>. Auf Wunsch seines Freundes Ernst
  Lubitsch\, der bereits 1922 aus Deutschland in die USA emigriert ist\, ar
 beitet Lengyel das Stück in ein Drehbuch um. Als Dialogdesigner wird der 
 Komödienspezialist Edwin Justus Mayer engagiert. 1942 kommt der Film unte
 r dem Titel <em>Sein oder Nichtsein</em> in die US-amerikanischen Kinos. E
 in Kritiker der New York Times schreibt: «So\, wie der Film ist\, hat man
  das komische Gefühl\, Mr. Lubitsch sei Nero\, der zum Brand von Rom Geig
 e spielt.» Heute gilt <em>Sein oder Nichtsein</em> als Filmklassiker und 
 – in der Adaption von Nick Whitby aus dem Jahr 2008 – als Bühnenblock
 buster. Eingedenk der politischen Verwerfungen unserer Zeit sieht es fast 
 so aus\, als würden wir wieder zum Brand von Rom Geige spielen. Aber wie 
 hat schon Lubitsch seinerzeit gesagt: «Ich bin nicht Nero. Und die Geige 
 spiele ich nur\, weil es das Feuer ärgert.»</p>
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