Schauspiel

Andre Hofer

Premiere am 13.01.2018

Großes Haus

Schauspiel von Franz Kranewitter

Matinee

Inhalt

Am 3. Dezember 1903 kam es im Stadttheater in Innsbruck zum Skandal. Die Aufführung von Franz Kranewitters Andre Hofer wurde von Buhrufen und Störaktionen, Pfiffen und Geschrei begleitet – und von frenetischem Applaus der Befürworter. Schon zuvor hatte die k. k. Zensur die Präsentation des Stückes am Wiener Volkstheater untersagt und in Tirol machten katholisch-konservative Kräfte gegen das neue Bild des Tiroler Nationalhelden mobil. Denn in Kranewitters Tragödie setzt die Handlung ein, als ein Sieg der Tiroler nicht mehr möglich ist, weil der Kaiser mit Napoleon Frieden geschlossen hat. Der Autor wagte mit seiner Sicht eines Schwachen, eines Zweifelnden, eines Getriebenen eine völlige Neuinterpretation des Wirtes aus dem Passeiertal. Sein Interesse galt der Figur im Scheitern. Erst 1959 sollte das Stück wieder in Innsbruck am Tiroler Landestheater zu sehen sein. Als die Entscheidung bekannt wurde, kam es zu Protesten. In Inhalt und Aussage des Stückes wurde massiv eingegriffen.

Schauspieldirektor Thomas Krauß fächert in seiner Inszenierung des Andre Hofer die Facetten dieser historischen Figur weiter auf durch Ausschnitte aus Marc Pommerenings Schauspiel Gottes Guerilla. In dem 2009 für das Tiroler Dramatikerfestival entstandenen Auftragswerk wirft Pommerening zusätzlich den Blick von außen auf die Geschehnisse um Andreas Hofer und lässt dabei nicht zuletzt dessen Instrumentalisierung deutlich werden.

 

Andre Hofer:

So leicht fallt mier‘s Sterb‘n, dass mier nit amal die Aug‘n naß wear‘n.