Musiktheater

Der Freischütz

Premiere am 09.05.2020

Großes Haus

Romantische Oper von Carl Maria von Weber . Text von Johann Friedrich Kind . Rezitative von Hector Berlioz

Musikalische Leitung Lukas Beikircher
Regie Johannes Reitmeier
Bühne Thomas Dörfler
Kostüme Michael D. Zimmerman

Inhalt

Dem Gespensterbuch zweier Zeitgenossen entnahmen Carl Maria von Weber und sein Librettist Johann Friedrich Kind den Stoff für ihren 1821 uraufgeführten Welterfolg Der Freischütz. Die Quelle zeigt die thematische Ausrichtung des Werks, das den Beginn der deutschen Romantischen Oper markiert: Hier geht es nicht um eine idyllische Geschichte aus dem Jägermilieu, sondern um Ereignisse, in denen geisterhafte Mächte das Schicksal der Figuren bestimmen.

Ursprünglich planten Weber und Kind, ihre Version Der Probeschuss zu nennen, denn der Jägerbursche Max muss einen solchen erfolgreich absolvieren, um seine geliebte Agathe zur Jägersbraut – so die zweite Titelidee – machen zu dürfen. Der Freischütz, wie die ursprüngliche Erzählung hieß, traf das Thema jedoch am genauesten. Schließlich verspricht der zwielichtige Caspar dem in letzter Zeit erfolglosen Schützen Max, mithilfe einer „Freikugel“ würde er sein gewünschtes Ziel auf jeden Fall treffen. So lockt er Max in die Wolfsschlucht, deren geheimnisvoll düstere Atmosphäre Weber gekonnt durch eine detaillierte sinfonische Behandlung des Orchesters aufbaut. Den eindrucksvollen Schilderungen von Natur- und Seelenlandschaften stehen in dieser richtungsweisenden Komposition volkstümlich anmutende Melodien gegenüber. Erstmalig erklingen am Tiroler Landestheater anstelle der Dialoge die von Hector Berlioz für die Pariser Aufführung von 1841 komponierten Rezitative.

Es sind in erster Linie die dunklen, abgründigen Seiten, die den regieführenden Intendanten Johannes Reitmeier an diesem Werk faszinieren. Er zeigt traumatisierte Menschen, die angesichts der Schrecken des Dreißigjährigen Krieges zu scheinbar wehrlosen Opfern dämonischer Kräfte werden.

 

Max:
Doch mich umgarnen finstre Mächte!
Mich fasst Verzweiflung! foltert Spott! –
O dringt kein Strahl durch diese Nächte?
Herrscht blind das Schicksal? Lebt kein Gott?