Drei Fragen zu Bianca Maria Sforza

Die zweite Ehefrau Bianca Maria Sforza war für Kaiser Maximilian I. nur eine ungeliebte Randfigur. Ihre tragische Geschichte wird im Musical Die Schattenkaiserin erzählt. Susanne Felicitas Wolf, Librettistin des Musicals, beanwortet uns drei Fragen.

Welche Eigenschaft von Bianca bewundern Sie am meisten?

Ihre Zähigkeit, ihre große Hingabe und ihre – so deute ich es – Liebesfähigkeit und Spiritualität. Darüber hinaus sehe ich sie als schwer traumatisiertes Kind, das sich tapfer bemüht, mit seinen Narben umzugehen.

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Wie viel Zeit verging von der ersten Recherche bis zum fertigen Libretto?

Fünf bis sechs Monate dauerte diese Zeitspanne. Wobei schon kurz nach den Erst-Recherchen ein Treatment – sprich die detailreich ausgearbeitete Geschichte – entstanden ist. Darin waren bereits alle „Positionen“ für die Songs bzw. erste Textzeilen fixiert.

Welches Licht wirft Biancas Schicksal auf den Kaiser?

Für mich zehrt er am Verlust der ersten geliebten Gattin Maria von Burgund, die Eheschließung mit Bianca, der „Mailänderin“ ist reines Politikum. Für den „Machtmenschen“ Maximilian „funktionierte“ sie nicht wie vorgesehen: Sie schenkte ihm keine Kinder, fungierte nur hie und da als repräsentatives Aushängeschild. Auf flüchtigem Blick wirkt er durch sein Verhalten kühl und berechnend. Meinem Empfinden nach konnte er sich sehr gut abgrenzen, emotional „abdichten“, um konsequent seinen Weg zu gehen. Mit einer adäquaten Partnerin, die es vermocht hätte, ihn ähnlich zu berühren wie Maria, hätte er sich – so vermute ich – anders verhalten.

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Die Schattenkaiserin

Musical von Jürgen Tauber und Oliver Ostermann. Libretto von Susanne Felicitas Wolf unter Verwendung von Motiven von Bernhard Aichner.

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