
Der Feuervogel und Petruschka
Doppel-Tanzabend mit Choreografien von Maša Kolar und Musik von Igor Strawinsky
Inhalt
In ihren neuen Interpretationen von Der Feuervogel und Petruschka schafft die kroatische Choreografin Maša Kolar eine heutige Perspektive auf das Erbe des Begründers des modernen Balletts Michail Fokin, dessen Zeitgenossen Igor Strawinsky sowie die Tradition der Pariser «Ballets Russes» zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
In ihrer künstlerischen Interpretation von Igor Strawinskys «L’Oiseau de feu»-Suite (Der Feuervogel) aus dem Jahr 1919 inszeniert Maša Kolar das Ereignis jener Nacht, in der Prinz Iwan im magischen Garten der goldenen Äpfel dem Feuervogel begegnet. Die Fabel öffnet Raum für die Darstellung von tierischen Kreaturen und Bewegungsmustern in menschlicher Form, die sich auch in zusätzlich eingeführten Vogelgestalten findet. Im Unterschied zum ursprünglichen Ballett verlagert Kolar den Fokus auf den Feuervogel selbst. Sie zeichnet ihn als göttliches Wesen, das sowohl Glück als auch Unheil bringen kann und eine schützende wie auch zerstörerische Kraft verkörpert.
Das Märchen Petruschka erzählt von einem Liebesdreieck zwischen drei Puppen, das sich rasch zum Eifersuchtsdrama entwickelt. In ihrer choreografischen Interpretation untersucht Maša Kolar die komplexen Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft sowie die Dynamik des Dreiecksverhältnisses, das die Handlung vorantreibt. Die drei Puppen stehen metaphorisch für Menschen, die in Rollen gefangen sind, die ihnen von außen zugewiesen wurden. Diese Interpretation von Petruschka versteht sich somit nicht nur als persönliche Tragödie der Figuren, sondern auch als Spiegel gesellschaftlicher Normen, die selbst dann aufrechterhalten werden, wenn sie zu Gewalt, Verlust und einem tragischen Ausgang führen.
Beide Kurzstücke gehören zu den beliebtesten und meistaufgeführten Balletten überhaupt – oft auch im Doppelpack. Maša Kolar leitete von 2017 bis 2024 das Ballett am kroatischen Nationaltheater in Rijeka und ist als freischaffende Choreografin international gefragt. Ab der Spielzeit 26/27 wird sie Ballettdirektorin am Theater Nordhausen.


