Berauschende Klänge beim 8. Symphoniekonzert

1.6.2026 / blogartikel
Tzimon Barto © Nancy Horowitz Tzimon Barto

Zum letzten Symphoniekonzert der Saison stürzt sich das TSOI in einen wahren Klangrausch.

Alexander Skrjabin galt seinerzeit als Exzentriker und Grenzgänger in Sachen Tonalität. Mit seinem imposanten Orchesterwerk Le Poème de l’Extase, das von chromatischen Harmonien durchzogen ist und Assoziationen an Richard Strauss’ Tondichtungen und Richard Wagners Tristan und Isolde weckt, gelang ihm der Durchbruch. Das von ihm selbst verfasste, rund 370 Verszeilen lange Gedicht, das dem Werk zugrunde liegt, dreht sich um Rausch und Ekstase, um Liebe und Freiheit.

Berauschend (schön) ist auch Rachmaninows famoses zweites Klavierkonzert: Sehnsuchtsvolle Klänge, betörende Melodien und virtuose Eleganz vereinen sich darin auf beeindruckende Weise. Mit dem US-amerikanischen Pianisten Tzimon Barto taucht das TSOI in die poetische Klangwelt des «letzten Romantikers» ein, der anders als sein Studienkollege Skrjabin einen traditionelleren Weg beschritt.

In seinem 1951 verfassten Concert Românesc brachte György Ligeti, der in Siebenbürgen (Rumänien) geboren wurde, seine tiefe Liebe zur rumänischen Volksmusik zum Ausdruck. Das charmante Frühwerk basiert auf Volksmelodien, die der damals 26-jährige ungarische Komponist während seines Studienaufenthaltes in Rumänien aufgesogen hatte, und besticht durch bezaubernde Soli und markante Rhythmen.

TEXT Johanna Muschong