Brutal schmerzhaft
«Puccini hat diese enorme Fähigkeit, über die Menschen grundsätzlich und tiefgründig zu erzählen.»
«Er kann die Seiten der Seele berühren – brutal schmerzhaft», sagt der italienische Dirigent Enrico Calesso über Giacomo Puccinis «Madama Butterfly». In der Neuinszenierung von Jasmina Hadžiahmetović ist er musikalischer Leiter und bezeichnet das Werk als eine Partitur, die alle Mittel der Oper zusammenfasst.
Die Oper erzählt die herzzerreißende Geschichte der Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, die sich – entgegen allen Warnungen – an die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem amerikanischen Pinkerton klammert. Als er schließlich zurückkehrt, bringt er seine neue Frau mit und erhebt Anspruch auf das in seiner Abwesenheit geborene Kind. Für Cio-Cio-San bricht eine Welt zusammen.
In der neuen Episode unseres Theaterpodcasts «Kantinengespräche» ist Enrico Calesso bei Kulturjournalistin Verena Gruber zu Gast. Er spricht darüber, welches Gefühlsbad diese Oper auslöst, wie manipulativ Puccinis Musik sein kann, warum ihre Wirkung ein heikler Balanceakt ist und an welcher Stelle er selbst Gänsehaut und feuchte Augen bekommt.
Natürlich endet auch diese Folge wieder mit dem «Kantinengespräche»-PING-PONG:
Eine Frage, zwei Optionen, rasantes Tempo …
… und der Schlussfrage:
Was ist dein Lieblingsort in Innsbruck?
«Das richtige Wort ist: Brutal schmerzhaft!»



