
Bodies
Doppel-Tanzabend mit Choreografien von Marcel Leemann & Caroline Finn
Inhalt
Für den ersten Tanzabend im Großen Haus stellen Marcel Leemann und Caroline Finn den Körper in den Mittelpunkt: mal als leere Hülle, mal als Wohnort für Geist und Seele, mal als Prestigeobjekt.
Meat Market
In Meat Market von Marcel Leemann steht eine marktorientierte Auslegung der Kunst- und Kulturszene im Fokus. Die Tänzer:innen werden zur Massenware, präsentieren sich direkt vor den urteilenden Augen des Publikums. Welche Seite von sich müssen sie zeigen und wie weit müssen sie gehen, um favorisiert zu werden? Jeder Moment wird zur Entscheidung, jede Bewegung und jedes Lächeln gelten als Chance, beim Publikum zu punkten. Am Ende verdeutlicht Meat Market jedoch, dass wahre Schönheit und der Wert der Kunst jenseits der oberflächlichen Vermarktung liegen. Es ist ein Appell, Kunst und Kultur nicht als Ware zu betrachten, sondern als Ausdruck der menschlichen Seele.
Over My Dead Body
Wohin gehen Geist und Seele, wenn sie den Körper verlassen? Bleiben sie nur in der Erinnerung zurück? Wie wird ein toter Körper im Vergleich zu einem lebenden behandelt? Die britische Choreografin Caroline Finn, in Innsbruck bekannt durch The Room, webt bewegende Szenarien um diese Fragen herum: In einem imaginären Raum versammeln sich verstorbene Seelen, unsicher, ob sie vergessen wurden, gezwungen, sich ohne ihre physische Gestalt neu zu definieren. Andere schwelgen in der neugewonnenen Freiheit. Ein weiteres Szenarium: eine Leichenhalle, in der leblose Körper gesammelt und untersucht werden – forensisch, anatomisch, kontrolliert. Weder Leben noch Geist … pure Wissenschaft.
Caroline Finn nähert sich diesen Räumen und Themen mit einer düster-humorvollen Sensibilität. Die Kombination eines imposanten Bühnenbilds mit einem reichhaltigen Soundtrack verleiht dem Werk eine filmische Ästhetik und lädt das Publikum ein, sich in den getanzten Bildern zu verlieren.


