
Carmen
Opéra comique in vier Akten von Georges Bizet
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Nach der Novelle von Prosper Mérimée
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Inhalt
Ihr Name ist zum Synonym geworden für loderndes Temperament, südländische Leidenschaft und einen skrupellosen Freiheitsdrang: Mit Carmen widmen wir uns einer der beliebtesten Opern des Repertoires, die bis heute nichts von ihrer elementaren Intensität eingebüßt hat.
Während die «Bohémienne» Carmen kompromisslos für ihre Selbstbestimmung einsteht, steigert sich das Begehren des einfachen Soldaten Don José zu einer mörderischen Obsession. Elektrisiert von Carmens Ausstrahlung gerät er zunehmend in ihren Bann, desertiert und gibt alles auf, um ihr zu folgen – um sie am Ende, getrieben von Besitzdenken und der Angst vor Kontrollverlust, umzubringen.
Während das Libretto die dramatische Fallhöhe der Figuren schärft, entfaltet Bizets Partitur eine schillernde Ausdrucksfülle zwischen Eros und Abgrund, zwischen Leichtigkeit und existenzieller Zuspitzung. Raffiniert changiert die Musik zwischen Genres und Stilen und entwickelt so ihre mitreißende Sogkraft. Die Pariser Uraufführung 1875 provozierte einen Skandal, bevor die Oper zum Mythos wurde und ihren Siegeszug über die Bühnen der Welt antrat.
Der Regisseur und designierte Intendant des Theater Bremen Armin Petras gibt mit diesem Werk, das von Todesmut und brennendem Lebenswillen, unbedingtem Freiheitsdrang und sexueller Selbstbestimmtheit erzählt, sein Debüt am Tiroler Landestheater. Seine Inszenierung zeigt Carmen als Vorkämpferin für die Freiheit, die sich den Zuschreibungen einer restriktiven Gesellschaft nicht unterwirft und gerade dadurch ihre unwiderstehliche Anziehungskraft entfaltet. Carmen wird zum Sinnbild eines Befreiungsversprechens – und zum Spiegel einer Welt, die mit dieser Freiheit nicht umgehen kann.


