4. Symphoniekonzert zwischen Mythos und Romantik

6.2.2026 / blog
Pianist Jaehong Park © Rohsh Pianist Jaehong Park

Im 4. Symphoniekonzert treffen Richard Wagners musikdramatische Visionen auf die sinfonische Romantik Johannes Brahms’.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden Johannes Brahms und Richard Wagner zu den Leitfiguren einer der größten Auseinandersetzungen in der Musikgeschichte: Um Johannes Brahms scharten sich die Traditionalisten und Verfechter der absoluten Musik ohne außermusikalische Inhalte, um Richard Wagner und Franz Liszt die fortschrittlichen «Neudeutschen», die sich innovativen Formen wie der «Sinfonischen Dichtung » oder dem «Musikdrama » verschrieben.

Im ersten Konzertteil begibt sich Gerrit Prießnitz mit dem TSOI auf einen Streifzug durch Wagners imposante Tetralogie Der Ring des Nibelungen. Dabei erklingen Ausschnitte aus Das Rheingold, Siegfried und Götterdämmerung. In seinen zukunftsweisenden Musikdramen integrierte der Komponist sogenannte Leitmotive als zusätzliche psychologische Ebene in die Musik, die auch im Konzertsaal ihre monumentale, erzählkräftige Wirkung nicht verfehlt.

Ein «kleines» Klavierkonzert

Johannes Brahms’ zweites Klavierkonzert in B-Dur op. 83 bildet den sinfonischen Gegenpol. Ironisch als «ganz ein kleines Klavierkonzert» bezeichnet, erweist sich das eher einer großen Sinfonie ähnelnde viersätzige Werk als großzügige Klanglandschaft zwischen Heiterkeit und Melancholie. Besonders hervorzuheben sind der tänzerisch-düstere zweite Satz und das innige Cellosolo im dritten Satz, das als eines der schönsten Cellosoli überhaupt gilt.

Als Solist ist der südkoreanische Pianist Jaehong Park zu erleben, der seit seinem Triumph beim Internationalen Klavierwettbewerb «Ferruccio Busoni» 2021 zu den gefragtesten Pianist:innen seiner Generation zählt. Gelobt für hypnotisierende Virtuosität und starke Bühnenpräsenz, bringt er Brahms’ vielschichtiges, romantisches Werk zum Klingen.

Ouvertüre mit der Jugendphilharmonie

Bereits vor dem Symphoniekonzert stimmt ein rund 15-minütiges Programm auf den Abend ein: Die Jugendphilharmonie der Musikschule der Stadt Innsbruck musiziert gemeinsam mit Musiker:innen des TSOI – ebenfalls unter der Leitung von Gerrit Prießnitz – Werke von Franz Schubert und Richard Eilenberg.