Doppelter Jubel beim Musiktheaterpreis 2026

Bassbariton Benjamin Chamandy, seit der Spielzeit 2023/24 Mitglied des TLT-Musiktheaterensembles, wurde zum «Besten Nachwuchs» gekürt. Hans Krásas Kinderoper Brundibár ist die «Beste Gesamtproduktion Jugend».
«Fünf Nominierungen, zwei Auszeichnungen – einen beglückenderen Start in die neue Theatersaison kann man sich gar nicht ausmalen», jubelte TLT-Intendantin Irene Girkinger bei der gestrigen Verleihung des Österreichischen Musiktheaterpreises in der Votivkirche gemeinsam mit ihren Musiktheater- und Tanz-Co-Direktor:innen und dem ebenfalls angereisten Brundibár-Leading-Team. «Wir sind alle überwältigt und freuen uns unglaublich, dass unser programmatischer Mut und Anspruch im Musiktheater mit diesen beiden Auszeichnungen eine so wunderbare überregionale Würdigung erfahren hat. Benjamin Chamandy hat mit der Erarbeitung von zwei so herausfordernden Rollen wie jener des Christian in der Georg Friedrich Haas-Oper Liebesgesang und jener des Ehemanns in Arnold Schönbergs Oper Von heute auf morgen eindrucksvoll bewiesen, dass er der Top-Riege der jungen heimischen Sänger:innen angehört. Wir sind alle wahnsinnig stolz auf ihn.»
Die Aufführung von Hans Krásas Kinderoper Brundibár war Girkinger und ihrem künstlerischen Leitungsteam als Inbegriff künstlerischen und menschlichen Widerstands gegen die Barbarei des Nationalsozialismus von Anfang an ein besonderes Herzensanliegen. «Nicht zuletzt auch deshalb, weil wir einen fantastischen Kinderchor im Haus haben», so Girkinger weiter. «Zudem war mit Susi Weber als Regisseurin, Stefan Politzka als musikalischem Leiter, Janelle Groos, der Leiterin unseres Kinderchors, der Ausstatterin Claudia Weinhart und unserer Dramaturgin Sonja Honold ein kongeniales Leading-Team am Werk und stand mit dem Tiroler Kammerorchester InnStrumenti ein großartiger musikalischer Sparring-Partner an unserer Seite.» Doch diese Erfolge seien nur möglich, weil alle Gewerke im Haus mit ihrem Herzblut und ihrem Einsatz tagein tagaus dazu beitragen, «dass wir so anspruchsvolle und bewegende Bühnenmomente erschaffen können. Daher herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten vor, auf wie hinter der Bühne.»
Mitgefiebert und herzhaft mitgejubelt wurde freilich nicht nur für die eigenen Musiktheaterpreise, denn auch Philipp Moschitz und Ruth Brauer-Kvam, die beide in den vergangenen Saisonen überaus erfolgreich am TLT tätig waren – Moschitz etwa als Regisseur des Musicals Hair und als überaus charismatischer Frank’n’Furter in der gefeierten The Rocky Horror Show, Ruth Brauer-Kvam als Regisseurin der Erfolgs-Operette Im Weißen Rössl –, wurden gestern ausgezeichnet; Brauer-Kvam sogar zweifach. Ihre Inszenierung von Alma an der Volksoper Wien wurde als Beste Ur-/Erstaufführung prämiert, und jene für Eurobronski am Bronski & Grünberg Theater in Wien als «Beste Off-Theater-Produktion». Philipp Moschitz, Regisseur der Produktion Briefe von Ruth an der Kammeroper Wien, durfte sich gemeinsam mit Produktionsteam und Ensemble über den Preis für das «Beste Musical» freuen.
Für den Österreichischen Musiktheaterpreis 2026 nominiert waren neben Benjamin Chamandy und Brundibár auch noch Ensemblemitglied Anastasia Lerman für die beste weibliche Nebenrolle als Nanetta in Falstaff, das Ballett Romeo und Julia als Beste Gesamtproduktion Tanz und die Oper Liebesgesang von Georg Friedrich Haas und Librettist Händl Klaus als Beste Ur-/Erstaufführung.









