
Troublemakers
Tanzstück von Lucas Valente
Inhalt
Der junge Choreograf Lucas Valente untersucht in seiner für Innsbruck entstehenden Neukreation Troublemakers das Leben aus der Sicht von Menschen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung).
Erzählt wird die Geschichte eines Kindes und seiner Schwierigkeiten, sich anzupassen und in Systeme einzufügen, die es nicht immer willkommen heißen. Für die Umsetzung auf der Bühne liegt der Fokus auf der Spannung zwischen externer Kontrolle – symbolisiert durch die vertraute Welt der Schule – und der Realität eines individuellen Hirns, das nach einem anderen Rhythmus funktioniert. Wie fühlt es sich an, von ADHS betroffen zu sein? Was bedeutet es für das eigene Leben und für das Leben der Mitmenschen? Die Antworten dazu sucht Valente im tänzerischen Prozess. Gefühle, Empfindungen und reale Lebenserfahrungen von Menschen mit ADHS sollen mit allen Sinnen wahrgenommen und vermittelt werden. Angelegt im Kontrast zwischen Chaos und Kreativität, Verwirrung und Klarheit sowie Isolation und Gemeinschaft ist Troublemakers letztlich eine Studie über Wahrnehmung. Es gilt, die Zuschreibungen von «Problemkind» oder «Unruhestifter:in» zu hinterfragen und aufzuzeigen, dass betroffene Menschen einfach auf einer anderen Frequenz oder nach einer anderen Logik funktionieren – einer Logik, die ein Großteil der Mitmenschen noch nicht gänzlich versteht.
Lucas Valente ist seit fast zehn Jahren Mitglied des renommierten Zürcher Balletts. Sein Interesse an der Choreografie begleitet den Brasilianer seit Beginn seiner tänzerischen Laufbahn. In den letzten Jahren hat er diverse Kurzstücke geschaffen, u. a. für das Zürcher Ballett, das Zürcher Junior Ballett und das Ballett der Opéra national du Rhin. 2022 wurde er beim Choreografiewettbewerb in Biarritz mit dem Preis für die beste Choreografie ausgezeichnet. Troublemakers wird sein erstes abendfüllendes Stück.


