Der Muttermörder Orest (Georg A. Bochow) trifft auf Tauris seine totgeglaubte Schwester Iphigenie (Anastasia Lerman). © Leon Arévalo
Musiktheater

Orest

Oper von Georg Friedrich Händel, in einer musikalischen Überschreibung von Albrecht Ziepert

Libretto von Gianguelberto Barlocci

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Empfohlen ab 14 Jahren
Kammerspiele
Anreise
Uraufführung 30. Mai 2026
Dauer ca. 1 h 40, Keine Pause

Einführung 20 min vor Vorstellungsbeginn

Inhalt

Flucht, Fremdenhass und Diktatur sind die zentralen Themen der 1734 uraufgeführten Oper von Händel. Dabei erzählt sie die aus der griechischen Mythologie entlehnte Handlung des Orest. Dieser hat seine Mutter Klytämnestra ermordet, um an seinem Vater Agamemnon Rache zu üben. Der Muttermörder flieht, vom Wahn verfolgt, nach Tauris. Dort trifft er auf seine totgeglaubte Schwester Iphigenie. Diese wird vom Tyrannen Thoas gezwungen, alle Fremden zu töten. Erst spät erkennen sich die Geschwister, doch gemeinsam mit ihren Gefährten gelingt es ihnen, die Gewaltherrschaft Thoas’ zu brechen und zu entkommen.

Für die Oper hat Händel ein Pasticcio der schönsten Arien aus neun seiner zwischen 1720 und 1732 entstandenen Opern zu einem musikalischen Genuss zusammengestellt. Die rasante und dichte Oper verdeutlicht die Kunstfertigkeit des Komponisten, in der er mit Feingefühl und Spürsinn seine Figuren mit musikalischen Ausdrucksmitteln experimentieren lässt. Komponist und Sounddesigner Albrecht Ziepert wird gemeinsam mit Regisseurin Mirella Weingarten Händels Pasticcio überschreiben und so die zeitgenössische Thematik des Stücks freilegen. In der Aktualität des Stoffes und der Form wird Händels bemerkenswerte Modernität neu erfahrbar.

Das Tiroler Ensemble für Neue Musik – geleitet von Rafael Salas Chía am Cembalo – beweist sein Gespür fürs Alte, ohne sich über Gebühr in historisch informierten Reinheitsgeboten zu verlieren. [...] Vor allem aber ist Orest in den Innsbrucker Kammerspielen ein selbstbewusstes (Schlacht-)Fest der Stimmen.

Die Inszenierung ist klassisch-komponiert und legt besonderes Augenmerk auf die tanzenden Körper der Darsteller:innen, die die schreckliche Last des Schicksals, die auf diesen Menschen lastet, plastisch deutlich machen. [...] Zieperts Musik trägt hervorragend zur Atmosphäre bei und dient sogar als Begleitung in einigen Arien. 

Besetzung

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