
Unter Tieren
Schauspiel von Elfriede Jelinek
Inhalt
Wenn Geld Macht konzentriert und Kredit immer neues Geld erschafft, zieht sich so mancher aus der Verantwortung. Die österreichische Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek folgt den Spuren des Geldes bis in die Abgründe des globalen Finanzsystems. Tauben, Kühe und Schweine präsentieren textgewaltig unsere durchschaubare Käuflichkeit ohne jegliche Verantwortung. Zwischen Komik und Beunruhigung wird gezeigt, wie das Leben selbst zur Ware wird und Grausamkeit in einer durchökonomisierten und korrupten Gesellschaft zur Routine gerät. Was geschieht mit unserer Sprache, unserem Zusammenleben, wenn alles einen Preis hat? Jelineks Text ist eine schonungslose Abrechnung mit der Logik der Verwertung: Wir alle sind Tiere dieses Systems.
Der Tiroler Regisseur Peter Lorenz nähert sich dem Text als radikale Gegenwartsdiagnose. Gemeinsam mit der Oberländer Hip-Hop-Formation «Von Seiten der Gemeinde» wird mit Witz und präzisem Gespür Jelineks Welt auch musikalisch untersucht. Die fokussierte Inszenierung verortet das globale Finanzgeschehen konkret in Innsbruck. Unsere Systeme erlauben skrupellosen Investment-Cowboys wie René Benko, Rechtsstaatlichkeit und Vertrauen in die Demokratie zu erschüttern! Gemeinsam mit der Innsbrucker Künstlerin Katharina Cibulka entsteht ein aktivistisch-feministischer Zugang mit starkem Lokalbezug. Bühne und Kostüme lassen uns hautnah und raumgreifend die Verlogenheit und ökonomische Gewalt spüren.
Wer prüft schon vor der Kreditvergabe? Wenn einem jeder alles vergibt, dann vergibt man sich nichts, wenn man Geschäfte mit dem Geld andrer Menschen macht …
Elfriede Jelinek


