Uraufführung Münchener Biennale: Lucy Altus (Nur), Julien Horbatuk (Guy), PHACE (Council) © Frol Podlesnyi
Musiktheater

Codeborn

Musiktheater von Zara Ali

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Kammerspiele
Anreise
Österreichische Erstaufführung 19. September 2026
Dauer ca. 1 h 10, Keine Pause

Einführung 20 min vor Vorstellung

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Hinweis: Starke Lichteffekte, Stroboskoplicht und erhöhte Lautstärke

WERKEINFÜHRUNG

Was könnte entstehen, wenn die Grenzen zwischen Mensch, Technologie und Künstlicher Intelligenz tatsächlich durchlässig werden? Und wie könnt sich das anhören, anfühlen und auf der Bühne aussehen? Dramaturgin Diana Merkel nimmt Sie mit in die faszinierende Welt von Codeborn.

Inhalt

Codeborn ist neuestes Musiktheater zwischen Vision und zivilisatorischem Kontrollverlust: In der fiktiven Welt Benthos wird eine gesamte Gesellschaft der Macht einer künstlichen Intelligenz ausgesetzt und beginnt sich auf perfide Weise zu verwandeln. Was sich rationaler Erklärung entzieht, entfesselt neue Begehrlichkeiten: Grenzen verschwimmen, alte Ordnungen zerfallen, virtuelle Räume versprechen Nähe, Glück und Zugehörigkeit. Doch der Preis dieser neuen Freiheit ist hoch.

Guy, ein brillanter Programmierer und stiller Beobachter, erkennt, wie tiefgreifend der Staat mithilfe sogenannter Dolls in das Leben der Menschen eingreift, sie überwacht und manipuliert. Während sich die staatlichen Maßnahmen verdichten, beginnt Guy, sich dem System zu widersetzen. Als er sich in Nur verliebt, eine virtuelle Erscheinung von unwiderstehlicher Präsenz, gerät sein Weltbild endgültig ins Wanken. Zwischen Realität und Simulation, Anpassung und Widerstand entfacht ein existenzieller Kampf um Selbstbestimmung, Liebe und die Frage, was menschliches Leben in einer sich radikal verwandelnden Welt bedeuten kann.

In der Koproduktion von Münchener Biennale, Bayerische Staatsoper, Klangspuren Schwaz und dem Tiroler Landestheater verbindet die international erfolgreiche und preisgekrönte Komponistin Zara Ali in ihrem Tech-Thriller elektronischen Sound mit live gespielter Musik zu einem virtuosen und visionären Musiktheatererlebnis. Codeborn ist keine ferne Zukunftsvision, sondern ein sinnlicher Möglichkeitsraum; verstörend, faszinierend und erschreckend nah an unserer Gegenwart.

Koproduktion Münchener Biennale – Festival für neues Musiktheater und Tiroler Landestheater, in Kooperation mit Bayerische Staatsoper, Ars Electronica Linz und Klangspuren Schwaz. Kompositions- und Librettoauftrag der Landeshauptstadt München zur Münchener Biennale. Mit freundlicher Unterstützung der Gisela-Gronemeyer-Stiftung.

Besetzung

Co-Regie & Choreografie Deva Schubert
Bühne & Kostüme Wolfgang Menardi
Dramaturgie München Marlene Schleicher
Dramaturgie Innsbruck Diana Merkel
Komposition, Konzept & Text Zara Ali
Bühnenfassung & Konzept Hannah Dübgen
Musikalische Leitung Hansjörg Sofka
Guy / Spriteboi Julien Horbatuk
Council Member Paul Schweinester

Insights

Am Ende gab es wohlwollenden Applaus für alle Beteiligten. Besondere Akklamationen konnte die Sängerriege einstreifen: allen voran Lucy Altus, die «Nur» hervorragend sang, sowie Julien Horbatuk als sangesstarker «Guy».

Wer sich als Zuseher:in an eigene Grenzen herantasten möchte, ist bei Codeborn richtig. Und: Wenn das die digital gesteuerte Zukunft ist, die uns erwartet, dann ist aber so was von Schluss mit lustig.

Die amerikanische Komponistin Zara Ali ist zur Zeit so etwas wie ein Shooting-Star der Neue Musik-Szene. Ihre Musik lässt sich sehr schwer in Schubladen einordnen, es handelt sich im Wesentlichen um einen polystilistischen Mix mit viel Elektronik.

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