Spielzeit 25/26: Das war doch nur was für alle!

8.7.2026 / blogartikel
Geschäftsführende Intendantin Irene Girkinger & Geschäftsführender Kaufmännischer Direktor Markus Lutz © Emanuel Kaser Geschäftsführende Intendantin Irene Girkinger & Geschäftsführender Kaufmännischer Direktor Markus Lutz

Mit einem Publikumsplus von 7 Prozent bzw. rund 167.000 Besucher:innen und einer Gesamtauslastung von 81 Prozent über alle Spielstätten geht das Tiroler Landestheater kommendes Wochenende nach einer künstlerisch und wirtschaftlich sehr erfolgreichen Saison in die Sommerpause.

Vergangenen Sonntag fiel mit der gefeierten Massenet-Oper Don Quichotte im Großen Haus bereits der letzte Vorhang vor der Sommerpause, diesen Samstag endet mit dem Tanzabend Next Level Vol. 2, bei dem Mitglieder des Tanzensembles für die Choreografien verantwortlich zeichnen, die Saison in den Kammerspielen. Auf den Probebühnen des Hauses werden indes schon die ersten Produktionen der kommenden Spielzeit vorbereitet, wie etwa die Eröffnungsoper im Großen Haus Un ballo in maschera von Giuseppe Verdi (Premiere: 26.9.) und der Klassiker Maria Stuart von Friedrich Schiller in den Kammerspielen (Premiere: 10.10.).

Rundum positive Bilanz und deutlich gestiegenes Einspielergebnis

Die Bilanz für die abgelaufene Spielzeit ist rundum erfreulich: Mit rund 167.000 Besucher:innen ist ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gelungen, die Gesamtauslastung liegt nunmehr bei 81 Prozent über alle Spielstätten. Besonders hervorzuheben ist dabei die Entwicklung im Großen Haus: Hier erreichte man mit 80 Prozent ein Plus von 9 Prozent gegenüber der letzten Saison, in den Kammerspielen stieg die Auslastung um zwei Prozent auf 89 Prozent, im [K2], der primären Spielstätte für unser jüngstes Publikum, betrug die Auslastung 91 Prozent. Das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck erzielte mit seinen 8 Symphoniekonzerten und den Neujahrskonzerten eine Gesamtauslastung von 78 Prozent. Das Haus der Musik Innsbruck verzeichnete bei seinen stets sehr exquisit programmierten Eigenveranstaltungen eine Auslastung von 72 Prozent im Großen Saal und 88 Prozent im Kleinen Saal. 

Für die Geschäftsführende Intendantin des TLT Irene Girkinger ist mit der dritten Saison nun ein Rundum-Turnaround gelungen. «Jeder künstlerische Wechsel bringt Neues und Ungewohntes und braucht Zeit, um vertraut zu werden. Umso mehr bedanken wir uns als künstlerisches Team bei unserem wunderbaren Publikum für sein Vertrauen und die anhaltende Begeisterung, die uns in dieser Spielzeit enorm gestärkt und beflügelt hat.»

Markus Lutz, Geschäftsführender Kaufmännischer Direktor des TLT, zeigt sich überaus zufrieden: «Wir hatten in dieser Saison über alle Spielstätten und Sparten hinweg einen guten Lauf und hohen Publikumszustrom. Das schlug sich auch in unseren Einnahmen nieder: Mit rund 4,4 Millionen Euro an verkauften Tickets erzielten wir ein Plus von 14 Prozent gegenüber der letzten Saison und konnten damit den besten Wert seit der Pandemie erreichen.» Das helfe natürlich, den hohen Spardruck etwas abzufedern, erklärt Lutz.

Vielschichtiges Programm und Erfolgsproduktionen in allen Sparten

Inhaltlich waren Vielfalt («Das ist doch nur was für alle») und gesellschaftspolitische Aktualität die zentralen Themen dieser Spielzeit. «Als größter Kulturbetrieb im Westen Österreichs ist es unser Anspruch, mit einem bewusst vielschichtigen künstlerischen Programm alle Generationen anzusprechen und zu erreichen – vom Kleinkind bis hin zu den Großeltern», betont die Geschäftsführende Intendantin Irene Girkinger. Mit den diesjährigen Erfolgsproduktionen im Großen Haus wie der The Rocky Horror Show (99%), Schwanensee (99%), Die Fledermaus (96%) und Der Talisman (88%), dem Konzert von Soap & Skin (100%) und den stets erfolgreichen Zugabe-Programmen wie Another Night at the Movies sei es außerdem gelungen, ein generationenübergreifendes Publikum ins Theater zu locken und zu begeistern und so einzigartige gemeinsame Kulturmomente zu schaffen. «Dies ist gerade angesichts einer fortschreitenden gesellschaftlichen Polarisierung eine unglaublich wichtige und wertvolle Erfahrung. Es freut uns sehr, dass uns in dieser Saison in jeder Sparte eine solche generationenverbindende Erfolgsproduktion geglückt ist.»

Viel Zuspruch für ernsthafte Theaterabende, Raritäten sind und bleiben ein Must

Hocherfreut zeigt sich Girkinger darüber, dass gerade auch anspruchsvolle und thematisch sehr ernsthafte Schauspielproduktionen wie Thomas Bernhards Heldenplatz (82%), die Wiederaufnahme von Café Schindler (72%) im Großen Haus, aber auch Albert Camus‘ Die Gerechten (96%), die Wiederaufnahme von Orlando nach dem Roman von Virginia Woolf (99%) sowie die Antinazi-Satire Sein oder Nichtsein (98%) in den Kammerspielen geradezu überwältigenden Zuspruch erfahren haben. Gleichzeitig sei es ihr wichtig, dass auch Raritäten wie die Janáček-Oper Die Ausflüge des Herrn Broucek (53%) ihren Platz im Spielplan haben. Dasselbe gelte auch für das zeitgenössische Musiktheater, das aufgrund der Sparauflagen vorerst nicht mehr für das Große Haus produziert werden könne. «Die österreichische Erstaufführung von Johannes Maria Stauds Oper missing in cantu war ganz klar ein künstlerisches Highlight dieser Saison, das alle Mitwirkenden mit viel Leidenschaft und Einsatz auf die Bühne gebracht haben», erklärt Girkinger. Was sich auch allabendlich auf das Publikum übertragen habe, das Stauds meisterhaften Abgesang auf unsere Zivilisation begeistert aufgenommen habe; selbst wenn man sich dafür noch mehr Besucher:innen (51%) gewünscht hätte.

Hohe künstlerische Qualität und zahlreiche Nominierungen

Stolz und überglücklich ist die eben bis 2033 wiederbestellte Geschäftsführende Intendantin des Tiroler Landestheaters über die Entwicklung der einzelnen Ensembles – angefangen vom Musiktheater über den Tanz bis hin zum Schauspiel. «Unsere Künstler:innen haben sich in diesen letzten drei Jahren allesamt in die Herzen unseres Publikums gespielt, getanzt und gesungen – das zeigte sich eindrucksvoll bei der Rocky Horror Show, der Fledermaus, dem Überraschungserfolg Idomeneo, zuletzt bei Don Quichotte, bei den Tanzabenden Verlockung und Schwanensee wie bei Nestroys gefeiertem Talisman.» Die hohe künstlerische Qualität der Ensembles und des Hauses spiegle sich eindrucksvoll in den zahlreichen Auszeichnungen und Nominierungen der letzten Jahre wider, wie zuletzt die fünffache Nominierung für den Österreichischen Musiktheaterpreis und die zweifache Nominierung für den Stella*26.

Erfolgreicher Vorverkauf und Trendumkehr bei den Abos

Überaus vielversprechend entwickelt sich auch der Vorverkauf für die kommende Saison, berichtet der Geschäftsführende Kaufmännische Direktor Markus Lutz. Die Verkaufsschlager seien aktuell abseits der Wiederaufnahme von The Rocky Horror Show Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann sowie die Familienoper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck. Bei den Abos sei ebenfalls die Trendumkehr gelungen – Neukäufe und Stornierungen halten sich die Waage, wobei die offensive Bewerbung der verschiedenen Abo-Angebote erst noch starte. 

Eröffnung der neuen Saison mit Koproduktion und Theaterfest TATÄÄ!

Neu befragte Klassiker und brandaktuelle Werke stehen im Zentrum der nun kommenden vierten Spielzeit von Intendantin Irene Girkinger und ihrem künstlerischen Team. Eröffnet wird die neue Saison am Samstag, 19. September, in den Kammerspielen mit der österreichischen Erstaufführung des zeitgenössischen Musiktheaters Codeborn von Zara Ali, einer Koproduktion des TLT mit der Münchener Biennale, der Bayerischen Staatsoper und den Klangspuren Schwaz. Höhepunkt des Eröffnungswochenendes ist traditionell das große Theaterfest TATÄÄ! im und rund um das Theater am Sonntag, 20. September, bei dem alle Sparten und Gewerke des Hauses kurzweilige und spannende Einblicke in ihre Arbeit geben und das mit dem Festkonzert des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck unter der Leitung von TLT-Chefdirigent Gerrit Prießnitz um 19.00 Uhr im Großen Haus seinen krönenden Abschluss findet.